Schul­pro­gramm­ar­beit

Pro­jekt “Start­Trai­ning”

Der Stand­ort

Die Schu­le Pauns­dorf im Leip­zi­ger Osten ist eine drei­zü­gi­ge Ober­schu­le und Halb­tags­schu­le mit Ganz­tags­an­ge­bo­ten. Hier ler­nen und arbei­ten 400 Schü­ler der Klas­sen 5 bis 10, die den Haupt- oder Real­schul­ab­schluss anstre­ben, und 42 Lehrer/​innen. Seit 2014 unter­rich­ten wir Vor­be­rei­tungs­klas­sen für aus­län­di­sche Schü­ler. Die Schü­ler­schaft ist sehr hete­ro­gen, es haben 36 Pro­zent einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund, 10 Pro­zent einen Inte­gra­ti­ons­sta­tus, und etwa 20 Pro­zent Teil­leis­tungs­stö­run­gen. Das Schul­haus ist ein Plat­ten­bau der acht­zi­ger Jah­re, so wie das Wohn­ge­biet um uns her­um. In unmit­tel­ba­rer Nähe befin­den sich eine Grund­schu­le, ein Jugend­klub und 10 Fuß­mi­nu­ten ent­fernt ein Gym­na­si­um. Anfangs gab es in Pauns­dorf, einem Stadt­teil mit 14500 Ein­woh­nern, drei Mit­tel­schu­len. Nach zwei Fusio­nen ver­blieb ab 2006 die­se eine. Fast drei Vier­tel der Kin­der leben in Fami­li­en mit Transferleistungen.

Die Beson­der­hei­ten

Schul­ver­ein­ba­rung, kla­re Bera­tungs­struk­tu­ren, Ko-Klas­sen­lei­tung, Stu­fen­teams, wöchent­li­che Bespre­chung mit den Bera­tungs­leh­rern, Schul­bi­blio­thek, Lern­werk­statt und Haus­auf­ga­ben­be­treu­ung, Trai­nings­raum-Metho­de, schul­ei­ge­nes Haus­auf­ga­ben­heft, „Start­Trai­ning“ Klas­se 5, 2. Fremd­spra­che Spa­nisch, ver­än­der­te äuße­re Dif­fe­ren­zie­rung in Klas­se 7 und 8, Semi­nar­grup­pen­sys­tem in den Vor­be­rei­tungs­klas­sen für aus­län­di­sche Schü­ler, obli­ga­to­ri­sche För­de­rung in Klas­sen 5 und 6 („För­der­band“) sowie DaZ3 der Klas­sen 5 – 9, För­de­rung von Schü­lern mit LRS oder Dys­kal­ku­lie, Schwimm­kurs Klas­se 7, Ganz­tags­an­ge­bo­te, Schul­för­der­ver­ein, Inte­gra­ti­on von Schü­lern mit dia­gnos­ti­zier­tem För­der­be­darf, Schul­so­zi­al­ar­beit, Berufs­ori­en­tie­rungs­kon­zept ab Klas­se 5, Berufs­ein­stiegs­be­glei­ter, jähr­li­che Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che und Zielvereinbarungen.

Unse­re Kooperationspartner

Jugend mit Zukunft gGmbH, eine Ober­schu­le, drei Grund­schu­len, drei För­der­schu­len, ein Gym­na­si­um, ein Beruf­li­ches Schul­zen­trum, Kin­der­ver­ei­ni­gung Leip­zig e.V., Uni­ver­si­tät Leip­zig – Bereich Schul­päd­ago­gik, Hand­werks­kam­mer zu Leip­zig, Stif­tung Bil­dung und Hand­werk, Aner­kann­te Schul­ge­sell­schaft Sach­sen mbH, Deut­sches Rotes Kreuz, All­ge­mei­ne Ortskrankenkasse.

Die Pro­jek­te mit Hil­fe der Pro­Bil­dung Leip­zig-Ost gGmbH

2009 bis 2012 

Pra­xis erle­ben – Theo­rie ver­ste­hen“ (wöchent­li­cher Pra­xis­tag für Haupt­schü­ler der Klas­sen 8 und 9)

2010 bis 2012 

Wie­der Bock!“ (Pro­jekt­klas­se für Schü­ler, die ohne unse­re beson­de­re Zuwen­dung kei­nen Schul­ab­schluss erreicht hätten) 

2011 bis 2015 

Was wer­den!“ (Beglei­tung einer Jahr­gang­stu­fe mit dem Ziel: Jeder Absol­vent mit Abschluss und Anschluss) 

Seit 2014 

Start­Trai­ning“ (Klas­sen­stu­fe 5 – den Start in der Ober­schu­le opti­mal gestalten) 

2020

Säch­si­scher Schul­preis 2020“ — Gewin­ner mit dem Pro­jekt „Start­Trai­ning“

Ver­öf­fent­li­chun­gen

Ohne Sie geht nichts – Eltern sind Part­ner“ (Pra­xis­bei­spiel Schul­pro­gramm und Eltern­ar­beit an der Schu­le Pauns­dorf: Die Schul­ver­ein­ba­rung) in: Memo­ran­dum 11, Wer­te­wan­del in Fami­lie, Schu­le und Arbeits­welt. Aschaf­fen­burg 2010, ISBN 3 – 936172-04 – 8; S. 107 – 120

Start­Trai­ning 1. & 5. Klas­se“ in: Schu­le mit Zukunft Leip­zig-Ost, Bil­dungs­brief 02, Hrsg. Wolf­gang Gär­t­he, Aschaf­fen­burg, April 2015, ISBN 978 – 3‑00 – 048670

Was wer­den! Jeder Absol­vent mit Abschluss und Anschluss“ in: Schu­le mit Zukunft Leip­zig-Ost, Bil­dungs­brief 03, Hrsg. Wolf­gang Gär­t­he, Aschaf­fen­burg, Mai 2016

Die Schu­le Pauns­dorf — Start­Trai­ning in Klas­se 5 für gelin­gen­des Leh­ren und Ler­nen” Schu­le mit Zukunft Leip­zig-Ost, Bil­dungs­brief 05, Hrsg. Wolf­gang Gär­t­he, Aschaf­fen­burg 2019 und 2020

Schul­pro­gramm­ar­beit

Nach den Fusio­nen haben wir uns 2007 auf den Weg der Schul­pro­gramm­ar­beit bege­ben. Das Leit­bild unse­rer Arbeit lautet:

Jeder Kol­le­ge ist Mit­glied einer der Arbeitsgruppen: 

Die Steu­er­grup­pe initi­iert und beglei­tet die Schul­ent­wick­lungs­ar­beit, koor­di­niert die Arbeit der Arbeits­grup­pen, der Doku­men­ta­ti­on und Eva­lua­ti­on, kon­zi­piert und rea­li­siert die Fort­bil­dung, Zum Kon­zept Öffent­lich­keits­ar­beit gehört seit etwa einem Jahr auch die Spon­so­ren­su­che- und pflege.

Evaluation der Schulprorammarbeit

Die Arbeits­grup­pe „Deutsch als Zweit­spra­che“ (DaZ) koor­di­niert die Inte­gra­ti­on der Migran­ten in den Vor­be­rei­tungs- und Regel­klas­sen. Paten­pro­gramm, Metho­den­ler­nen und sprach­sen­si­bler Unter­richt sind die Schwer­punk­te der Arbeit.

Die Arbeits­grup­pe Trai­nings­raum setzt die Trai­nings­raum-Metho­de um, opti­miert sie für uns und sorgt für ihre Akzep­tanz und Anwendung.

Die Arbeits­grup­pe Berufs­ori­en­tie­rung kon­zi­piert die BO-Arbeit, koor­di­niert die Klas­sen­stu­fen-Bau­stei­ne und die Arbeit mit Außenpartnern.

Die Arbeits­grup­pe Schü­ler­ak­ti­vi­tä­ten unter­stützt Pro­jek­te, Fächer ver­bin­den­den Unter­richt und Vor­ha­ben des Schülerrates.

Die Arbeits­grup­pe GTA bewirbt Ganz­tags­an­ge­bo­te, mana­get Per­so­nal- und Sach­mit­tel für deren Durch­füh­rung in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Schulförderverein.

Die Arbeits­grup­pe Tra­di­tio­nen und Schul­jah­res­hö­he­punk­te kon­zi­piert die Pfle­ge und Ent­wick­lung unse­rer Tra­di­tio­nen, orga­ni­siert und rea­li­siert Schul­jah­res­hö­he­punk­te, Fes­te und Wettbewerbe.

Die Schul­lei­tung ver­fügt über ein Per­so­nal­ent­wick­lungs­kon­zept. Jähr­li­che Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che und Ziel­ver­ein­ba­run­gen haben höchs­te Prio­ri­tät. Nut­zen vor­han­de­ner Poten­zia­le, Fort­bil­dung, Leh­rer­aus­bil­dung, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Bera­tungs­struk­tu­ren spie­len eine wesent­li­che Rolle.

<Das Pro­jekt „Start­Trai­ning“ — Kurzbeschreibung

Mit dem Pro­jekt „Was wer­den!“ (2011 bis 2015) konn­ten wir in des­sen Eva­lua­ti­on nach­wei­sen, dass Schü­ler, die durch­gän­gig unse­re Schu­le besucht haben, erfolg­rei­cher ler­nen kön­nen als Schü­ler, die mehr­mals die Schu­le wech­seln. Je frü­her ein Kind geför­dert wird, je ziel­füh­ren­der Prä­ven­ti­ons­ar­beit statt­fin­det und je eher der Zeit­punkt einer not­wen­di­gen Inter­ven­ti­on liegt, des­to erfolg­ver­spre­chen­der ist die Ent­wick­lung eines Kindes.

Für eine wei­ter­füh­ren­de Schu­le liegt der frü­hes­te Zeit­punkt für Inves­ti­tio­nen in unse­re Kin­der in der Klas­sen­stu­fe 5 bzw. in der vor­be­rei­ten­den Arbeit. Mit dem Ange­bot der „Pro­Bil­dung Leip­zig-Ost gGmbH“, uns dabei zu unter­stüt­zen, eröff­ne­te sich uns eine neue Per­spek­ti­ve, den Über­gang unse­rer Schü­ler an die Ober­schu­le opti­mal zu gestal­ten. Das „Start­Trai­ning“ gibt es seit 2014, wir befin­den uns im vier­ten Durch­gang. Das Ziel: Wir schaf­fen die best­mög­li­chen Bedin­gun­gen für gutes Lernen.

Kin­der der Klas­sen 5 und Schü­ler der Klas­se 8 (vom 1. Durch­gang) prä­sen­tie­ren ihr „Start­Trai­ning“…

Zusätz­lich zu den all­ge­mein gül­ti­gen Maß­nah­men an unse­rer Schu­le (sie­he „Beson­der­hei­ten“) beinhal­tet das Konzept:

  • Vor der Klas­se 5: Info­tag für Schü­ler und Eltern, Bera­tun­gen zwi­schen Grund- und Ober­schu­le, Doku­men­ten­ana­ly­se, Stu­den­ten­ge­win­nung und vor­be­rei­ten­de Klassenstufenkonferenz
  • Am Anfang der Klas­se 5: Kennenlernwoche 
  • Wöchent­li­che Bera­tung der Klas­sen­leh­rer mit der Schul­lei­te­rin und der Projektleiterin
  • Abschluss der Schul­ver­ein­ba­rung mit jedem Schü­ler, des­sen Eltern und Lehrer(n); sie­he Anlage
  • Doku­men­ten­ana­ly­se, Bera­tung mit Her­kunfts­schu­len, För­der­emp­feh­lung, obli­ga­to­ri­sche Teil­nah­me am För­der­un­ter­richt für jeden Schü­ler („För­der­band“ – alle Schü­ler haben gleich­zei­tig eine der För­der­maß­nah­men: LRS, Dys­kal­ku­lie, Deutsch als Zweit­spra­che, Deutsch, Mathe­ma­tik, Eng­lisch, Lerntraining)
  • Unter­richts­be­glei­tung (10 Stun­den pro Woche und Klas­se) durch Lehr­amts­stu­den­ten im ers­ten Halbjahr
  • Eine Wochen­stun­de „Sozia­les Ler­nen“ mit einem der Klas­sen­leh­rer und der Schulsozialarbeiterin
  • Min­des­tens eine „beweg­te Pau­se“ pro Woche
  • Ein­heit­li­ches Han­deln, z.B. bei ver­ges­se­nen Haus­auf­ga­ben und bei der Trainingsraum-Methode
  • Ergeb­nis­ana­ly­se zum Halb- und zum Endjahr
… und ern­ten den Bei­fall der Teil­neh­mer des Pra­xis­ta­ges 2017. 

Ergeb­nis­se aus den vor­an­ge­gan­ge­nen Durch­gän­gen (jet­zi­ge Klas­sen 6, 7, 8 und 9)

Die Klas­sen sind aus­ge­gli­che­ner, stö­rungs­frei­er und zuver­läs­si­ger als vor­he­ri­ge Jahr­gän­ge im glei­chen Alter. Wir bele­gen es sta­tis­tisch, z.B. anhand der Kopf­no­ten, Fach­no­ten, Wie­der­ho­lun­gen von Klas­sen, Zahl der Trai­nings­raum­be­su­che und Ord­nungs­maß­nah­men (Anla­ge). Aber auch Befra­gun­gen von Schü­lern, Leh­rern, Eltern und Koope­ra­ti­ons­part­nern stüt­zen die­se Aussage:

Schü­ler der jet­zi­gen Klas­se 9: Wir hat­ten Stu­den­ten, die uns hal­fen, wenn wir was nicht ver­stan­den haben, wenn jemand im Unter­richt nicht mit­kam, wenn es jeman­dem nicht gut ging, wenn es bei den Haus­auf­ga­ben nicht lief oder jemand eine Aus­zeit brauch­te. Sie haben uns auch beglei­tet, wenn wir auf Exkur­si­on waren oder mit der Klas­se etwas unter­nom­men haben. Alle Schü­ler hat­ten eine För­der­stun­de pro Woche, dadurch hat­te kei­ner das Gefühl, län­ger blei­ben zu müs­sen oder schlech­ter zu sein…

Schwimm­meis­te­rin über die 7. Klas­sen: Eure Klas­sen sind so lieb! Die kön­nen war­ten, tre­ten an, da musst du nichts sagen! Wie macht ihr das nur? Das klappt viel bes­ser als beim Gymnasium!

Herr Adam, seit 6 Jah­ren Berufs­ein­stiegs­be­glei­ter: Ich bin „geschockt“, die Schü­ler der 8 in die­sem Jahr (2017) sind die ers­ten, die die Unter­la­gen alle pünkt­lich und voll­stän­dig bei mir abge­ge­ben haben…

Ein SPÜ-Stu­dent: Ich woll­te mei­ne Bele­g­ar­beit über Unter­richts­stö­run­gen schrei­ben. Das gibt es bei Ihnen gar nicht her!

Die Teil­neh­mer des Pra­xis­ta­ges 2017 der Initia­ti­ve „Schu­le mit Zukunft Leipzig-Ost“ 

Qua­li­täts­kri­te­ri­en für das Projekt

För­de­rung indi­vi­du­el­ler Lernpotenziale

Jeder Schü­ler erhält För­de­rung. Der Bedarf wird bei Inte­gra­ti­ons­schü­lern dem För­der­gut­ach­ten ent­spre­chend ermit­telt, außer­dem bei allen Schü­lern ent­we­der durch Gut­ach­ten zur Teil­leis­tungs­schwä­che, Niveau­be­schrei­bung der DaZ-Leh­rer oder per Doku­men­ten­ana­ly­se, Eltern­ge­spräch und Bera­tung mit der Her­kunfts­schu­le fest­ge­legt. Danach wird eine För­der­emp­feh­lung aus­ge­spro­chen. Eltern kön­nen sich hier noch­mals ein­brin­gen. Im Stun­den­plan gibt es dazu eine Stun­de, in der die Kin­der der drei Klas­sen in 13 Grup­pen ein­ge­teilt sind. Wir nen­nen es „För­der­band“ – an der Stun­den­plan­ta­fel ent­steht ein Band, alle Schü­ler haben gleich­zei­tig eine der För­der­maß­nah­men: LRS, Dys­kal­ku­lie, Deutsch als Zweit­spra­che, Deutsch, Mathe­ma­tik, Eng­lisch, Lern­trai­ning. Inte­gra­ti­ons­schü­ler erhal­ten zusätz­lich För­de­rung mit ihrem Inte­gra­ti­ons­leh­rer, meist einer der bei­den Klas­sen­leh­rer, der es die Inte­gra­ti­ons­zeit lang, oft bis zum Schul­ab­schluss, bleibt.

Ein­zel­fall­be­spre­chun­gen gibt es in den wöchent­li­chen Bera­tun­gen der Klas­sen­stu­fe, bei Bedarf auch in der Bera­tungs­leh­rer­run­de (wöchent­lich mit Bera­tungs­leh­re­rin­nen, Leh­rern der ent­spre­chen­den För­der­schu­len, Schul­lei­tung, Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin und ggf. Außenpartnern).

Am Ende des ers­ten Schul­halb­jah­res wer­den die För­der­be­dar­fe über­prüft und die Teil­nah­me am För­der­un­ter­richt wird gege­be­nen­falls neu fest­ge­legt. Kin­der mit gutem Lern­er­folg erhal­ten die Emp­feh­lung, ab Klas­se 6 die zwei­te Fremd­spra­che zu belegen.

Alle Schü­ler kön­nen in der Lern­werk­statt Haus­auf­ga­ben anfer­ti­gen (man­che müs­sen es auch), sie ist täg­lich bis in die Nach­mit­tags­stun­den geöff­net und wird per­so­nell mit GTA-Mit­teln abge­si­chert. Auch die betreu­en­den Stu­den­ten beglei­ten hier die Schü­ler. Schü­ler mit beson­de­ren Inter­es­sen neh­men an Arbeits­ge­mein­schaf­ten teil.

Unter­richt und Lernen

Bis die För­der­grup­pen gebil­det sind, nut­zen die Leh­rer die Arbeit in den Klein­grup­pen, um den Umgang mit unse­rem schul­ei­ge­nen Haus­auf­ga­ben­heft, Lern­mit­teln und dem Hef­ter­sys­tem zu üben. Zum Ein­üben von Metho­den und Lern­for­men haben Stu­den­ten der Uni­ver­si­tät Leip­zig spe­zi­ell für unse­re Schü­ler und Leh­rer ein Mate­ri­al erstellt, das beim Ritua­li­sie­ren hilft und in allen Fächern und Klas­sen Gül­tig­keit hat. Im Fächer ver­bin­den­den Unter­richt wird bewusst an der Wei­ter­ent­wick­lung von Grund­kom­pe­ten­zen gear­bei­tet. Im Lern­trai­ning wer­den Lern- und Arbeits­tech­ni­ken ver­mit­telt, ange­lehnt an „Das Ler­nen ler­nen“. Auch hier gibt es eine Koope­ra­ti­on mit der Uni­ver­si­tät Leipzig.

Die Lehr­amts­stu­den­ten unter­stüt­zen die Schü­ler im Unter­richt, hel­fen Ein­zel­nen oder Grup­pen. Sie unter­stüt­zen die Beglei­tung der Klas­se zu außer­schu­li­schen Lern­or­ten. Wenn es nötig ist, inter­ve­nie­ren sie in klei­ne­ren Kri­sen­si­tua­tio­nen. Unter­richts­stö­run­gen kön­nen aber meist mit Hin­wei­sen durch die Leh­rer, im Wie­der­ho­lungs­fall mit der Zuwei­sung in den Trai­nings­raum abge­wen­det werden.

Par­ti­zi­pa­ti­on

Erst­mals in Klas­se 5 erle­ben die Kin­der die Klas­sen­spre­cher­wahl. Der Schü­ler­rat trifft sich regel­mä­ßig und ein­mal pro Schul­jahr fin­det ein Camp statt, in dem die Klas­sen­spre­cher und ihre Stell­ver­tre­ter für ihre Auf­ga­be geschult wer­den und sich Mit­wir­kungs­mög­lich­kei­ten erschließen.

Das Unter­richts­fach „Sozia­les Ler­nen“ bie­tet allen Schü­lern die Mit­wir­kung an, z.B. wenn es dar­um geht, Klas­sen­re­geln zu erstel­len, ein gutes Klas­sen­kli­ma her­zu­stel­len und sich gegen­sei­tig zu helfen.

In jeder Klas­se unse­rer Schu­le ler­nen Kin­der mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Das Paten­pro­gramm der Arbeits­grup­pe DaZ bil­det Schü­ler dafür aus und beglei­tet deren Arbeit, mit dem Ziel, jedem „DaZ-Kind“ einen Paten zur Sei­te zu stellen.

Eltern wer­den als Part­ner gese­hen. Das unter­streicht im Beson­de­ren unse­re Schul­ver­ein­ba­rung, die jeder neue Schü­ler mit uns und sei­nen Eltern gemein­sam bespricht und abschließt. Alle ver­spre­chen sich gegen­sei­tig, dafür Sor­ge zu tra­gen, dass sich das Kind gut ent­wi­ckeln kann. Dazu gehö­ren im Lau­fe des Schü­ler­da­seins auch die Bildungsvereinbarungen.

Schul­kli­ma

Unser Leit­bild „Mit­ein­an­der zu star­ken Per­sön­lich­kei­ten“ wird gelebt – für­ein­an­der da sein, ein­an­der ach­ten, Ver­ant­wor­tung tra­gen und Stär­ken för­dern sind vier unse­rer Leit­sät­ze im Schulprogramm.

Die Ko-Klas­sen­lei­tun­gen und die Koope­ra­ti­on in der Stu­fen­grup­pe beför­dern das Kli­ma im Haus. Kei­ner ist mit einer Auf­ga­be oder einem Pro­blem allein, es gibt immer min­des­tens einen Part­ner mit dem glei­chen Inter­es­se an einer Lösung.

Die Schü­ler der neu­en Klas­sen 5 kom­men meist aus 10 bis 15 ver­schie­de­nen Grund­schu­len und wahr­schein­lich dop­pelt so vie­len ver­schie­de­nen Klas­sen. Die ers­te Unter­richts­wo­che ermög­licht den Kin­dern, sich und ihre neue Schu­le /​Schul­art ken­nen zu ler­nen. Die Kin­der fin­den Schul­freun­de, ler­nen die Schü­ler­streit­schlich­ter und ihre Auf­ga­ben ken­nen, fin­den sich im Schul­haus und des­sen Umge­bung zurecht. Für die Arbeit der Klas­sen­leh­rer ist die­se Pha­se außer­or­dent­lich wertvoll.

Öff­nung von Schule

Wich­tigs­ter Part­ner und För­de­rer des Pro­jek­tes war die „Pro­Bil­dung Leip­zig-Ost gGmbH“. Sie war Trä­ger der Initia­ti­ve „Schu­le mit Zukunft Leip­zig-Ost“, einem Netz­werk von Bil­dungs­ein­rich­tun­gen im Leip­zi­ger Osten. Die­se Koope­ra­ti­on war für alle Betei­lig­ten von gro­ßem Nut­zen, Erfah­rungs­aus­tausch, Schul­ent­wick­lung und Über­gangs­ma­nage­ment waren die wich­tigs­ten The­men der zwei KiTas, zwei Grund­schu­len, zwei Ober­schu­len, einer Berufs­schu­le, eines Gym­na­si­ums und – als Koope­ra­ti­ons­part­ner – der Uni­ver­si­tät Leipzig.

Die „Kin­der­ver­ei­ni­gung Leip­zig e.V.“ ist Arbeit­ge­ber unse­rer Schul­so­zi­al­ar­bei­te­rin. Sie und die Bera­tungs­leh­re­rin­nen berei­ten das 5. Schul­jahr vor und beglei­ten es auf oben beschrie­be­ne Weise.

Der Ein­satz der Lehr­amts­an­wär­ter, AG-Lei­ter und der Pro­jekt­lei­te­rin ver­deut­licht eben­so die Öff­nung von Schu­le wie die Zusam­men­ar­beit mit wei­te­ren Erzie­hungs- und Bil­dungs­trä­gern (All­ge­mei­ner Sozia­ler Dienst, Schul­psy­cho­lo­gie, Nachhilfeinstitute, …)

Nach­hal­tig­keit

Das Anlie­gen des Pro­jek­tes ist die Nach­hal­tig­keit. Wir schaf­fen Vor­aus­set­zun­gen für eine erfolg­rei­che Schul­lauf­bahn, wol­len die Wie­der­ho­ler- und Abbre­cher­quo­te sen­ken und dem Schü­ler beim Errei­chen des für ihn best­mög­li­chen Schul­ab­schlus­ses hel­fen. Das Mot­to „Jeder Absol­vent mit Abschluss und Anschluss“ aus dem Pro­jekt „Was Wer­den!“ bleibt erhal­ten – die Erkennt­nis­se dar­aus haben uns zum „Start­Trai­ning“ geführt, inzwi­schen im sechs­ten Durch­gang – das ist nach­hal­tig! Erst, wenn der ers­te Durch­gang die Schul­zeit been­det hat, wird das Ergeb­nis in die­sem Dia­gramm deutlich:

Nach­hal­tig­keit ver­deut­licht sich auch in der Fort­set­zung des „För­der­ban­des“ in der Klas­sen­stu­fen 6.

Neben meh­re­ren wei­te­ren Effek­ten wirkt auch die Pra­xis­er­fah­rung der Lehr­amts­stu­den­ten nach­hal­tig. Erst­mals konn­ten wir zwei Anwär­ter für die Unter­richts­ver­sor­gung gewin­nen, bei­de absol­vie­ren an unse­rer Schu­le die Lehramtsausbildung.

2018 wur­de ein Koope­ra­ti­ons­ver­trag zwi­schen der Uni­ver­si­tät Leip­zig und dem Lan­des­amt für Schu­le und Bil­dung, Stand­ort Leip­zig abge­schlos­sen, der zukunfts­wei­sen­des Poten­zi­al trägt: Stu­die­ren­de der Uni­ver­si­tät Leip­zig absol­vie­ren in einer neu­en Form Tei­le ihres Prak­ti­kums im Start­Trai­ning. Eine Win-Win-Situa­ti­on für alle Beteiligten:

  • Schü­ler im Start­Trai­ning erhal­ten Unter­stüt­zung – das Pro­jekt ist für wei­te­re Jah­re gesi­chert, auch wenn die Finan­zie­rung durch Pro­Bil­dung Leip­zig-Ost gGmbH 2019 endet.
  • Stu­die­ren­de erle­ben viel inten­si­ve­re Prak­ti­ka an der Schule.
  • In den Fol­ge­jah­ren könn­ten sich mehr Schu­len in Leip­zig (und even­tu­ell auch außer­halb) am Pro­jekt beteiligen.

10 gute Grün­de, Part­ner für die Stu­fe 5 zu haben

  1. Einen gemein­sa­men Weg, gemein­sa­me Ritua­le und Regeln, ein­heit­li­chen Umgang mit Arbeits­mit­teln, Metho­den und Haus­auf­ga­ben zu fin­den ist für einen Leh­rer eine extre­me Her­aus­for­de­rung und bedarf Hilfestellung.
  2. Unter­stüt­zung im Unter­richt in Form von blo­ßer Beob­ach­tung und Doku­men­ta­ti­on bis hin zu einer Art Team­tea­ching ent­las­tet den Leh­rer und hilft dem ein­zel­nen Kind oder einer Schülergruppe.
  3. Ein­fa­che Unter­bre­chun­gen und „Minu­ten­die­be“ wie Kon­trol­le von Anwe­sen­heit, Arbeits­mit­teln, Füh­ren des Haus­auf­ga­ben­hef­tes oder der Mit­schrif­ten ver­kür­zen sich enorm.
  4. Soll eine Grup­pe in einem ande­ren Raum oder in der Biblio­thek arbei­ten, kann der Hel­fer die­se begleiten.
  5. Unter­richts­stö­run­gen kön­nen mini­miert wer­den, indem der Hel­fer auf den Schü­ler ein­geht oder ihn bei Bedarf her­aus­nimmt. Arbei­tet die Schu­le mit der Trai­nings­raum-Metho­de, kann der Hel­fer den Schü­ler dort­hin begleiten.
  6. Inklu­si­ons­schü­ler oder Schü­ler, deren Mut­ter­spra­che nicht Deutsch ist, kön­nen bei Bedarf sei­ne (Moti­va­tions-) Hil­fe erhalten.
  7. Gibt es im Rah­men der GTA einen Haus­auf­ga­ben­dienst, kann der Hel­fer dort ein­ge­setzt wer­den. Schü­ler, die die Haus­auf­ga­be öfter ver­ges­sen, wer­den durch ihn dort­hin beglei­tet. (Der HA-Dienst soll­te als Ange­bot und Haus­auf­ga­ben-Dienst als Maß­nah­me für „Ver­ges­ser“ ange­wen­det werden.)
  8. Für drei Klas­sen ein effek­ti­ves „För­der­band“zu pla­nen braucht min­des­tens 12 Grup­pen. Jede hel­fen­de Hand ist wich­tig. Auch die Ent­wick­lung von Leis­tun­gen kann mit sei­ner Hil­fe bes­ser im Blick behal­ten werden.
  9. Er kann als zwei­te Begleit­per­son bei außer­schu­li­schen Lern­or­ten und in der „beweg­ten Pau­se“ ein­ge­setzt werden.
  10. In Klas­sen­kon­fe­ren­zen, Bespre­chun­gen, Eltern­ge­sprä­chen wirkt er mit sei­nen Beob­ach­tun­gen bera­tend und ggf. doku­men­tie­rend. Er kann auch als Ver­mitt­ler zwi­schen den Kin­dern, zu den Streit­schlich­tern, den Schul­so­zi­al­ar­bei­tern u.a. wirken.
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